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Wie Musik Grenzen überwindet

Grafschafter Nachrichten vom 30.11.2009

GN-Foto

Der Sänger Thozes vor dem Orchester

Umjubelte „Sinfonic Rock Night“ ließ die ausverkaufte Weberei beben

Über 2100 Zuhörer haben sich am Freitag und Sonnabend von der „11. Sinfonic Rock Night“ bezaubern lassen. 150 Musiker und Sänger präsentierten einen Abend, der ganz im Zeichen der Liebe stand: „Love is all“ – Liebe ist alles.

Von Dagmar Thiel - Nordhorn. Alle drei Konzerte im Kulturzentrum Alte Weberei waren restlos ausverkauft. Die Nachfrage an Karten war so groß, dass die Musikschule Nordhorn mit ihrem Ensemble problemlos noch zwei weitere Auftritte hätte absolvieren können. „Seit elf Jahren ist diese Nacht der sinfonischen Rockmusik das größte Konzertereignis, das die Grafschaft Bentheim zu bieten hat“, sagte GN-Redakteur und Moderator Thomas Kriegisch bei der Premiere.

Zwölf Titel und zwei Zugaben präsentierten die jungen Musikerinnen und Musiker auf der 200 Quadratmeter großen Bühne. Alle hatten die Liebe zum Thema, waren ansonsten aber höchst unterschiedlich: Bekannte Pop-Klassiker wie „All you need is Love“ von den Beatles oder „This Love“ von Maroon 5 waren ebenso zu hören wie die heimliche Nationalhymne Großbritanniens „Land of Hope an Glory“ oder die Puccini-Arie „Nessun Dorma“ aus der Oper Turandot.

Der Brückenschlag von Klassik zu Pop hat sich auch beim elften Sinfonic-Rock-Konzert wieder sehr bewährt. Bei der abwechslungsreichen Stück-Auswahl überzeugten auch die unbekannteren Werke, zum Beispiel der virtuose Tango „Adios Nonino“ von Akkordeon-Solistin Ludmilla Malukas. Überhaupt lohnte es sich, genau hinzuhören und hinzusehen. Mit einer elektrische Harfe, die sie auf die Schulter geschnallt hatte, entlockte Jannemieke Nijp dem „Queen“-Klassiker „Love of my Life“ ganz besondere Töne.

Wie sehr alle Protagonisten zu einer echten Einheit geworden sind, zeigte sich auch daran, dass sich das „Sinfonic Rock Ensemble“ in diesem Jahr zum ersten Mal geschlossen präsentierte – und nicht mehr die einzelnen Bestandteile Sinfonieorchester, Blasorchester, Chor und Band hervorgehoben wurden.

Vor allem aber ist die „Sinfonic Rock Night“ ein Beispiel für hervorragende deutsch-niederländische Zusammenarbeit. Das große Orchester wird von Musikern der Muziekschool Dinkelland aus dem benachbarten Denekamp und der Musikschule Nordhorn gebildet. Viele Gesangssolisten kommen ebenfalls aus dem Nachbarland. „Wir haben uns gegenseitig viel zu verdanken“, sagte Musik-Arrangeur Erik Ekkelboom. Daher war dieses Konzert durchaus niederländisch geprägt.

Großen Applaus erhielt Solistin Linda Kinsbergen für ihre Interpretation des niederländischen Songs „De Zee“ – vor allem die Blechbläser legten hier eine satte Grundlage für ihren schönen Sopran. Welch gute Idee, Stücke auch auf Niederländisch zu singen! Warum muss es immer Englisch sein, wenn Musiker und Publikum aus Deutschland und Holland kommen? Auch die Bürgermeister aus Nordhorn und Dinkelland waren am Premierenabend dabei. Ein schöner Beweis für das ganz selbstverständlich zusammenwachsende Europa.

Damit die Titel auch für ein Sinfonieorchester von Musikschülern spielbar sind, ist oft eine umfassende Bearbeitung nötig. Die Arrangements und Eigenkompositionen für diesen Abend haben die Musikschullehrer Helmut Borchers, Erik Ekkelboom und Ivo Weijmans sowie der ehemalige Leiter Johannes Strzyzewski geschrieben. Lob auch an die Dirigenten Michael Gantke und Ivo Weijmans, die ihr Ensemble mit klarer Hand führten. Eine Musikschule, die so engagierte Pädagogen hat, kann sich glücklich schätzen.

In diesem Jahr konzentrierten sich die Aufführungen ganz auf die Musik: kurze Moderationen, wenig Spektakel, lediglich Bilder auf Video-Leinwänden untermalten die Stücke ebenso wie Licht- und Lasereffekte. Und das funktioniert, denn die musikalische Leistung steht für sich.

Alle Gesangssolisten erhielten großen Applaus: Linda Kinsbergen, Donovan van Waard und Thomas Meeuwis („Thozes“) sowie Maria Douneva und Yvonne Peters. Der Chor, dirigiert von Olga Kisseleva, ergänzte Solisten und Orchester wieder einmal überzeugend.

Stehender Beifall und viele Bravorufe ließen die drei Aufführungen nach jeweils zwei Stunden enden. Als allerletzte Zugabe bot das Ensemble noch einmal alles auf: Bei John Miles’ „Music“, das bereits 2008 für Furore sorgte, bebte die Alte Weberei. Ein rundum gelungenes Konzertereignis.

Presse Heiße Probenphase läuft