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Grafschafter Nachrichten vom 28.11.2011

Eine bessere Welt ist möglich

„Sinfonic Rock Night“ verwebt gekonnt Orchestermusik und politische Botschaft


Von Dagmar Thiel

Wie politisch junge Menschen heute sind, hat die 13. „Sinfonic Rock Night“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das Konzert drehte sich um Menschenrechte und die Sinnlosigkeit des Krieges, um Tod, Vergänglichkeit und die Kraft der Liebe. „Um zu leben“ lautete das Motto der Aufführung, die am Wochenende 1800 Zuschauer in die dreimal ausverkaufte Alte Weberei in Nordhorn gelockt hatte.

Nordhorn. Dabei spannte sich der Bogen dieses in weiten Teilen politischen Abends von Antikriegs- bis zu Liebesliedern, immer verbunden mit der Hoffnung, dass eine bessere Welt möglich sei. Ein solcher Anspruch steht der „Sinfonic Rock Night“ in ihrem 13. Jahr sehr gut zu Gesicht! Die 120 Musiker stellen das größte Orchester dieser Art in Niedersachsen mit Bläsern, Streichern, Percussionisten, Rockmusikern, Sängern und Chor. Durch die jahrelange Erfahrung werden die Konzerte der Musikschule Nordhorn immer ausgefeilter und überzeugen nicht nur musikalisch, sondern insbesondere auch konzeptionell.

Vor allem der erste Teil zeichnete sich durch einen äußerst gelungenen Aufbau aus: Zu Billy Joels „Goodnight Saigon“ laufen in schwarz-weiß Szenen aus dem Vietnamkrieg, ein junger Soldat blickt von der Leinwand, auf seinem Helm der Schriftzug „War is Hell“, Krieg ist die Hölle. Von Beginn an war es ein gesellschaftskritischer Abend, gerade angesichts der vielen aktuellen Krisen auf der Erde ein angemessenes Thema. Thomas Kriegisch moderierte kurz und prägnant, ließ Musik und Bilder oft für sich sprechen, sodass der Abend stets im Fluss blieb.

Bewährt haben sich die Filme auf zwei Leinwänden, die die Musik passend illustrieren, sowie die stimmungsvollen Lichteffekte, die Bühne und Zuschauerraum mit bunten Punkten und Lichtkegeln erleuchten. Wie immer war die musikalische Bandbreite der Stücke sehr groß: von klanggewaltiger Filmmusik („Mombasa“ aus „Inception“) über Rock-Klassiker („Old and Wise“ von Alan Parsons und „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd), das südafrikanische Protestlied „Gott segne Afrika“ bis zu Grönemeyers „Mensch“. Ergänzt um den mehrstimmigen Chor, schöne Instrumental-Soli und eine witzige Schlagzeug-Percussion auf vier alten Trittleitern. Zum ersten Mal war auf der „Sinfonic Rock Night“ der Song „Auf dem Weg“ zu hören. 2012 wird das neue Musical „Yva“, das Thomas Kriegisch komponiert und getextet hat, in Nordhorn uraufgeführt.

Hervorzuheben sind die Dirigate der engagierten Musikschullehrer Michael Gantke, Ivo Weijmans und Rob Zieverink. Mit Oliver Baltz, Erik Ekkelboom, Matthias Wilkens und Johannes Strzyzewski haben sie die 20 Musikstücke mit unterschiedlichen Orchesterbesetzungen so arrangiert, dass sie für Musikschüler spielbar sind – und toll klingen. Die Gesangssolisten sind seit Jahren bei der „Sinfonic Rock Night“ dabei und sorgen für Stimmgewalt und Abwechslung: Donovan van Waard, Thomas Meeuwis („Thozes“), Linda Kinsbergen und Melanie Brilman haben sich den großen Applaus redlich verdient.

Zum ersten Mal dabei war der Kinder- und Jugendchor der Musikschule unter der Leitung von Olga Stikel. Wie passend, als sich der Vorhang an der Seite des Saals öffnete und die hellen Stimmen die Zeile „Geboren um zu leben“ aus dem Hit der Band „Unheilig“ sangen. Dass man für eine bessere Welt nicht nur singen, sondern auch vor Ort ganz konkret etwas tun kann, dokumentierten sehr passend die Organisationen, die sich während der Konzerte im Foyer präsentierten: der Kinderschutzbund Grafschaft Bentheim, der Verein „Nkwadaa fie“ für ein Kinderhaus in Ghana sowie die Nordhorner Gruppen von Amnesty International, Plan International und Weltladen.

Einzige Kritik: Ein paar weniger Songs hätten dem Abend gut getan, zumal auch die jungen Musiker nach fast drei Stunden Konzert unkonzentrierter wurden. Außerdem ist es den Dirigenten beim nächsten Mal tatsächlich zu wünschen, dass sie sich durchsetzen mit ihrer Weigerung, jedes Jahr die John-Miles-Zugabe „Music“ zu dirigieren. Die nette, aber eben auch schnulzige Ballade passte nicht so recht in diesen politisch-gesellschaftskritischen Abend. Ein viel würdigerer – und mindestens ebenso versöhnlicher – Schlusspunkt wäre es gewesen, hätte das Konzert mit der musikalischen Liebesgeschichte „MacArthur Park“ von Jimmy Webb geendet: Was antreibt für eine bessere Welt, ist letztlich die Liebe. Sei’s drum. Alles in allem ein großartiger Abend! Kompliment für diese Ensembleleistung, die schon jetzt viel Lust auf die 14. „Sinfonic Rock Night“ im kommenden Jahr macht.

Westfälische Nachrichten vom 19.9.2011

Foto: Theresa Gercks

Still sitzen ist nicht mehr drin

Sinfonic Rock Orchester der Musikschule begeistert sein Publikum im Arnoldinum

Von Theresa Gercks

BURGSTEINFURT. „Es soll ein Rockkonzert sein, auch wenn es nicht unbedingt danach aussieht“, erklärte Moderator Dr. Christoph Hantel mit Blick auf die über 100 Temperamente im Sinfonic Rock Orchester, die die „Night like this“ am Samstagabend im Gymnasium Arnoldinum zu dem gemacht haben, was sie war: Ein Rockkonzert. Und was für eins.

Michael Gantke dirigierte die 33 Streicher, 20 Bläser, drei Perkussionisten, eine Harfenistin, vier Bandmusiker und den Pop- und Gospelchor „Once again“. Diese Zusammensetzung gab es noch nie in der Geschichte der Steinfurter Musikschule zu hören. Gestartet wurde mit „Ocean of light“, das durch farbenfrohe Lichteffekte tropisch untermalt wurde. Es folgte eine Disko-Version von Beethovens Fünfter.

Still sitzen war da nicht mehr drin. Bei dem wohlbekannten „Show must go on“ zeigtenSänger Donovan van Waard und Gerhard Turksma an der Gitarre ihr Können und sorgten für Rock pur. Nach dem Gänsehautsong „Angels“ von Robbie Williams – hier interpretiert und brillant gesungen von Barbara Elpers – grüßte ein typisches Produkt der Globalisierung: die Stemmerter Sängerin Heide Bertram sang das chinesische Märchen „Nessun Dorma“, mit dem Paul Potts 2007 berühmt wurde.

Nach der Pause hieß es dann „Streicher feat. Jack Sparrow”: Mit „Pirates of the Caribbean“ landete das Sinfonic Rock Orchester einen Publikumsliebling. Die Lichteffekte kamen bei den folgenden zwei Songs „Gimme some lovin’” und „This love” grandios zum Einsatz und rockten zusammen mit Donovan van Waard die Aula des Burgsteinfurter Gymnasiums, die übrigens ausverkauft war.

Dramatik gab es dann beim Song „Who wants to live forever“, bei dem vor allem der Pop- und Gospelchor „Once Again“ sein Können zeigte: siebenstimmig sorgten 30 Sänger für Gänsehaut. Nach dem Ratschlag, Ohren und Seele offen zu halten, legten sich die Bandmusiker Sjoerd Roelofs (Keybord), Gerhard Turksma (Gitarre), Michael Frontzek (Bass) und Jochen Welle (Drumset) so richtig ins Zeug und spielten „Stairway to heaven“. Und schließlich gab es nach dem locker luftigen Chartstürmer „A Night like this“ noch die Liebeserklärung an die Musik zu hören: „Music was my first love“ von John Miles – das konnten Samstagabend alle Zuhörer unterschreiben.

Nach zwei Zugaben und Standing Ovations kann man außerdem unterschreiben: dieser Abend wird lange in Erinnerung bleiben – klassisch, rockig, begeisternd.